Derivate
Derivate sind Finanzprodukte, die sich aus anderen Vermögensgegenständen, wie etwa Aktien, Indizes oder Renten ableiten. Zu den bekanntesten derivativen Finanzinstrumenten zählen Optionen. Optionen sind ein bedingtes Termingeschäft bzw. dessen Verbriefung in einem Wertpapier.
Der Inhaber einer Option hat das Recht, einen bestimmten Basiswert während der Laufzeit seiner Option zu einem festgelegten Preis zu erwerben. Die Option hat somit dann einen inneren Wert, wenn der festgelegte Kaufpreis unter dem Marktpreis liegt.
Der Reiz von Optionen liegt unter anderem in der großen Hebelwirkung, die sich mit ihnen realisieren lässt. Je nach Konstellation kann der Anstieg einer Aktie um zehn Prozent zu einer Vervielfachung des Optionswertes führen.
Deshalb werden Optionen häufig von spekulativ ausgerichteten Anlegern genutzt, die mit kleinen Einsätzen große Gewinne erzielen möchten. Den hohen Gewinnchancen stehen allerdings auch entsprechende Verlustrisiken gegenüber: Ein Großteil der Optionen besitzt beim Verfall keinen inneren Wert und Totalverluste sind wahrscheinlich.
Es wäre allerdings grundlegend falsch, derivative Finanzinstrumente ausschließlich als Spekulationsobjekt zu betrachten. Vielmehr dienen die Produkte der gezielten Risikosteuerung, wenn sie in Verbindung mit Wertpapieren eingesetzt werden.
In der professionellen Vermögensverwaltung ist das Konzept des Covered Call Writing schon lange bekannt. Das Prinzip: Auf einen Aktienbestand im Portfolio werden Verkaufsoptionen geschrieben, die am Terminmarkt gegen eine Prämie veräußert werden. Die Prämie erhöht sofort den Gewinn des Portfolios.
In stagnierenden, fallenden und moderat steigenden Märkten entwickelt sich ein Portfolio mit integriertem Covered-Call-Writing deshalb immer besser als ein reines Aktienportfolio. Steigt der Wert der Aktien stark an, kann das Depot davon allerdings nur in begrenztem Umfang profitieren, weil der Besitzer der Option diese irgendwann ausüben wird.
Das Profil eines Covered-Call-Writing-Portfolios ist sehr viel stabiler als das eines reinen Aktiendepots. Es treten weniger Verlustjahre auf und wenn Verluste anfallen, sind diese geringer. Darüber hinaus werden in der Mehrzahl der Gewinnjahre höhere Renditen erwirtschaftet. Lediglich in sehr guten Aktienjahren fällt der Portfoliogewinn kleiner aus als bei einer reinen Aktienposition der Fall wäre. Derivate dienen beim Covered-Call-Writing also dazu, Risiken zu verringern und Erträge zu stabilisieren.
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